Praxis schlägt Theorie in der Darstellung: Wie viele Stunden in der Lehrküche, welche Partnerbetriebe, wie läuft das Praktikum. Wer das zeigt, spricht Bewerber an, die einen Beruf lernen wollen und kein Zertifikat.
Der Fachkräftemangel dreht das Verhältnis um: Betriebe suchen Absolventen. Wer die Partnerbetriebe und die Vermittlung sichtbar macht, hat ein Argument, das vor zehn Jahren noch keine Schule hatte.
Erwachsene und Quereinsteiger sind der wachsende Teil. Abendformate, Kurzausbildungen und Nachqualifizierung erreichen Leute, die den Beruf wechseln — und die entscheiden schneller als Schulabgänger.
Was die Ausbildung wirklich kostet, steht fast nirgends und wird überall gefragt. Schulgeld je Monat, was Uniform, Messerset und Bücher zusätzlich ausmachen, ob BAföG oder eine Bildungsprämie greift und ob der Partnerbetrieb einen Teil übernimmt. Wer die Summe offen nennt und daneben die Fördermöglichkeiten aufführt, verliert keine Bewerbung — er verliert die, die ohnehin abgesprungen wäre, und gewinnt die, die sich sonst nicht getraut hätte.
Der Beruf ist ein Ausreiseticket, und das verkauft sich zu selten. Wo Absolventen gelandet sind — Hotels im Ausland, Kreuzfahrt, Sternegastronomie —, welche Sprachen im Unterricht vorkommen, ob es ein Auslandspraktikum gibt und wer es organisiert. Für einen Achtzehnjährigen aus einer Kleinstadt ist das ein stärkeres Argument als jede Beschreibung der Lehrküche.
Der erste Tag im Betrieb ist der Moment, an dem die meisten aufgeben. Schreiben Sie ehrlich, wie er aussieht: Schichtbeginn, Tempo, Hierarchie in der Küche, wie lange man steht und wie man angesprochen wird. Wer das vorher beschreibt und dazusagt, wie die Schule in den ersten Wochen begleitet, hat weniger Abbrüche — und Betriebe, die im nächsten Jahr wieder Praktikanten nehmen.